Alles ist möglich
Der Ukrainer Sergey Chukanov hatte zu Beginn des ATS Formel-3-Cup 2009 keinen leichten Stand. Erstens war er von der zentralen Cup-Wertung in die Trophy-Wertung gewechselt, mit zwangsläufig gestiegenen Erwartungen, zweitens war sein russisches Team STROMOS ARTLINE mit dem eigen konstruierten und -gebauten Arttech F24 angetreten und stand damit im Blickpunkt des Interesses. Wie würde sich die ukrainisch-russische Kombination schlagen?
Mit Bravour! 14 der 18 Rennen stand Chukanov ganz oben auf dem Siegerehrungspodest, nur in einem Rennen blieb er ohne Punkte. Doch da hatte er den Meistertitel schon lange in der Tasche! So einfach wie es aussah, war es jedoch nicht. Chukanov musste hart für seinen Erfolg arbeiten, schließlich war der Arttech F24 noch auf keiner einzigen Strecke des ATS Formel-3-Cup unterwegs gewesen. Somit waren keine Daten vorhanden – man stand am Nullpunkt.
Dabei traut man den 21-Jährigen die akribische Arbeit auf den ersten Blick gar nicht zu. Mit auffallender Sonnenbrille bewaffnet taucht er gerne mal etwas später als seine Konkurrenten an der Strecke auf. Dabei hat der sehr umgängliche Ukrainer aus dem unaussprechlichen Ort Dneprodzerzhinsk meistens ein Lächeln im Gesicht und einen Scherz auf den Lippen. Doch bei aller Extravaganz ordnet er sein Leben dem Motorsport unter. ?Ich habe mein Studium abgebrochen, um mehr trainieren zu können?, berichtet Chukanov. Nebenbei hilft er seinem Vater, der ein Tuning-Geschäft besitzt.
Sein Verzicht sollte sich auszahlen. Der Arttech F24 wurde immer schneller und so konnte er sich sogar den einen oder anderen Punkt in der Cup-Wertung sichern. Im Fahrerlager ging die Meinung sogar so weit, dass das Fahrzeug eigentlich schon zu schnell für die interne Trophy-Wertung, aber noch ein wenig zu langsam für die Cup-Wertung sei. Ein großes Kompliment für Chukanov und sein Team.
Gerade die Herausforderung ein Fahrzeug weiter zu entwickeln reizte ihn. ?Es war schön zu beobachten, wie sich der Arttech F24 weiterentwickelt hat?, schwärmt Chukanov. Er war von Beginn an in das Projekt eingebunden, während seine Teamkollegen wechselten. ?Die ganze Zeit an der Entwicklung mitzuarbeiten war eine große Ehre für mich?
Nächste Saison hofft er wieder im ATS Formel-3-Cup an den Start gehen zu können – wieder mit dem Team STROMOS ARTLINE. ?Sie wollen für die nächste Saison ein neues Auto bauen?, rückt der 21-jährige Blondschopf raus. Dann müssen die Dallara-Piloten aufpassen. Sein großes Ziel ist und bleibt die Formel 1. "Alles ist möglich und deswegen gebe ich nicht auf", gibt sich Chukanov selbstbewusst.









